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::: Aufruf zur Mitgestaltung :::
des
Nationalen Registers für Patienten mit angeborenen Herzfehlern (AHF)
Unter 1.000 Lebendgeborenen kommen 8 bis 10 mit einer angeborenen Fehlbildung
des Herzens oder der großen Gefäße zur Welt. Damit sind angeborene Herzfehler
(AHF) die häufigsten angeborenen Erkrankungen. Angeborene Herzfehler sind sehr
vielfältig. Es gibt:
- einfache Herzfehler, die nicht behandelt werden müssen oder durch einen
Herzkathetereingriff oder eine Operation vollständig beseitigt werden können,
- mittelschwere Herzfehler, die durch einen oder mehrere Operationen behandelt
werden können,
- schwere Herzfehler, die durch eine Operation nur teilweise behandelt werden
können und
- sehr schwere Herzfehler, die durch eine Operation nicht behandelt werden können.
Durch die immer besseren medizinischen Möglichkeiten können seit vielen Jahren
fast alle Herzfehler im Kindesalter so behandelt werden, daß auch Patienten
mit mittelschweren und schweren Herzfehlern das Jugend- und Erwachsenenalter
erreichen, so dass die AHFs eine ständig wachsende neue Patientengruppe darstellen.
Für Deutschland schätzt man, dass es zur Zeit etwa 120.000 Jugendliche und
Erwachsene mit AHF gibt und die Zahl jährlich um 5.000 bis 6.000 Patienten zunimmt.
Genaue Zahlen aber liegen weder für Erwachsene noch für Kinder vor.
::: Eine neue Patientengruppe :::
Immer mehr Jugendliche und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern
(JEMAH) wachsen heran.
70 Prozent der Betroffenen haben einen mittelschweren bis schweren Herzfehler
und brauchen trotz Korrekturoperation eine kontinuierliche spezifische und
qualifizierte fachliche Betreuung.
Auf Grund der Seltenheit und der Vielfalt der angeborenen Herzfehler zum
einen und der dezentralisierten Betreuung dieser Patienten zum anderen
gibt es keine aussagefähigen demografischen Daten und keine wissenschaftlichen
Untersuchungen zu dieser Patientengruppe. Angaben zum Krankheitsverlauf und
zur Lebenserwartung dieser Patienten basieren entweder auf Untersuchungen mit
zu kleinen Fallzahlen oder aus älteren Beobachtungen, die nicht mehr zeitgemäß sind.
Informationen zur Lebensqualität und zum Ausmaß der medizinischen und sozialen
Probleme der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen liegen kaum vor.
Rein zahlenmäßig ist die Gruppe der Patienten mit AHF gesellschaftlich eher
unbedeutend. Da aber das Durchschnittsalter der Patienten mit AHF nicht im
Rentenalter liegt wie bei den Patienten mit erworbenen Herzkrankheiten
(z. B. bei der Volkskrankheit Herzkranzgefäßverkalkung), sondern im arbeitsfähigen
Alter, ist die Problematik der Patienten mit AHF wiederum gesellschaftlich und
gesundheitspolitisch sehr relevant.
::: Daten für Taten :::
Gesundheitspolitik lässt sich aber nicht ohne Zahlen machen!
Keine Taten ohne Daten!
Deshalb wurde mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaften für
Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK), für Pädiatrische Kardiologie
(DGPK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und den Selbsthilfegruppen
für Eltern herzkranker Kinder und für Jugendliche und erwachsene Patienten mit
AHF ein Nationales Register errichtet.
Das Register ist beim Berliner Datenschutzbeauftragten angemeldet.
Die Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität
zu Berlin hat dem Vorhaben zugestimmt.
Da weder in einem anderen europäischen Land noch in Nordamerika ähnliche
Studien vorliegen oder Erhebungen durchgeführt werden, hat das geplante
Projekt international Modellcharakter.
Aufgaben und Ziele des Nationalen Registers für Angeborene Herzfehler:
- Erfassung aller Patienten mit AHF (aller Schweregrade) vom Säugling
bis zum Greis und Feststellung der tatsächlichen Zahl der Patienten in
den einzelnen Altersgruppen zur Berechnung der notwendigen spezialisierten
Ärzte in den ambulanten und stationären Versorgungsbereichen
- Feststellung der Inzidenz und der Prävalenz der AHF über
bevölkerungsbasierte Erfassung
- Analyse der aktuellen Situation der Patienten mit AHF in den verschiedenen
Altersgruppen
- Erstellung einer Datenbasis für multizentrische Studien und klinische
Forschungsprojekte im Rahmen eines Kompetenznetzes für AHF aller Altersgruppen
- Verfolgen des medizinischen und sozialen Langzeitverlaufs der Patienten mit
AHF im Rahmen einzelner Kohortenstudien an einzelnen Herzfehlergruppen für
Aussagen zur mittleren Lebenserwartung und zur Lebensqualität der Patienten
Machen Sie daher mit bei der Gestaltung des Nationalen Registers Für
Patienten mit angeborenen Herzfehlern (AHF)! Je mehr Patientendaten
vorliegen, um so aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein.
Weitere Informationen zum Nationalen Register für Patienten mit angeborenen
Herzfehlern erhalten Sie im
Registerbüro in Berlin:
Tel.: 030-46504129
Fax: 030-46504126
E-mail:
ahf@dhzb.de
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