::: Kontrolle ist besser :::
Die meisten herzkranken Kinder sind in regelmäßiger
kinderkardiologischer Betreuung. Im Gießener Kinder-Herzzentrum
erfolgt die ambulante Verlaufskontrolle in der Herzsprechstunde.

Zu den ambulant durchführbaren kardiologischen
Untersuchungen gehören neben der Auskultation mit
dem Stethoskop unter anderem die Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG)
die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) des Herzens und der herznahen
Gefäße und die Ergospirometrie zur
Ermittlung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Terminvereinbarungen und Terminabsagen können unter Telefon
(06 41) 99-4 34 77 vorgenommen werden.
::: Spielen statt langweilen :::
Der Wartebereich der Herzambulanz im Kinder-Herzzentrum Gießen ist
im Jahr 2000 renoviert worden. Die Spielgeräte wurden von verschiedenen
Unternehmen gespendet.

Auch für unseren Verein wird der Raum von der Abteilung
Kinderkardiologie freundlicherweise zur Verfügung gestellt und
für kleinere Feiern genutzt.
::: Die Routineuntersuchungen :::
Zur Erstuntersuchung eines Kindes mit Verdacht auf einen
angeborenen Herzfehler gehört die klinische Untersuchung mit
Anamnese (Krankengeschichte),
die Inspektion (äußerliche Untersuchung durch Betrachten),
Palpation (Untersuchung durch Betasten) und
Auskultation (Abhorchen der Herzgeräusche).
Darüber hinaus geben die regelmäßige Blutdruckmessung,
die Ableitung eines Elektrokardiogramms
(Aufzeichnung der Aktionpotentiale des Herzens) und die
echokardiographische Untersuchung mittels Ultraschalls genauere
Hinweise auf einen Herzfehler und den Langzeitverlauf einer Herzerkrankung.
Anamnese (Krankengeschichte)
Zur Eigenanamnese gehören Auskünfte zum Schwangerschaftsverlauf,
zur körperlichen und geistigen Entwicklung, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
des Kindes und bei Säuglingen zu ihrem Trink- und Schreivermögen. Die Geburtsanamnese
erfaßt das Geburtsgewicht, den Zustand des Neugeborenen bei der Geburt, Infektionen
und auffällige Herzgeräusche. Des weiteren werden Beschwerden und andere
Auffälligkeiten sowie Vorerkrankungen zu Protokoll genommen.
Die Familienanamnese dient der Feststellung einer familiären
Häufung.
Inspektion (Äußerliche Untersuchung durch Betrachten)
Bei der Inspektion wird der Ernährungs- und Allgemeinzustand,
das Verhalten und die körperliche Entwicklung des Kindes beurteilt. Dazu gehören
unter anderem die Farbe und Durchblutung der Haut, etwaige Wassereinlagerungen
(Ödeme), die Füllung und Pulsation der Halsvenen und die Atmung. Überdies werden
Erkenntnisse über mögliche weitere Fehlbildungen erlangt.
Unangenehme Untersuchungen wie die Inspektion des Rachens sollten am Ende der
Untersuchung vorgenommen werden. Säuglinge lassen sich oft durch die Fütterung
mit einer Flasche ablenken.
Palpation (Äußerliche Untersuchung durch Betasten)
Zur Palpation gehört das Fühlen der Pulse an Armen und Beinen, bei jungen
Säuglingen auch an der Fontanelle sowie das Abtasten des Brustkorbes zur
Erkennung von Vibrationen und Herzgeräuschen. Außerdem wird die Größe von
Leber und Milz beurteilt.
Auskultation (Abhorchen der Herzgeräusche)
Das Abhören mit dem Stethoskop nennt man Auskulation. Das Stethoskop verstärkt
die Geräusche, die das Herz während seiner Pumptätigkeit und
die Lunge beim Atmen verursachen. So können der Gasaustausch in
der Lunge und die Herztätigkeit beurteilt werden.
Die Herztöne
geben Auskunft über die Funktion der Herzklappen, Herzrhythmus und Auswurf der
Ventrikel (Herzkammern).
Herzgeräusche werden durch Turbulenzen im Blutstrom verursacht.
Sie können harmlos sein oder einen wichtigen Hinweis auf einen Herzfehler geben.
Sogenannte unschuldige oder harmlose Herzgeräusche beruhen auf erhöhten
Blutströmungsgeschwindigkeiten im Herzen oder in den großen Gefäßen. Sie treten
bei vielen Kindern und Jugendlichen bisweilen auf und haben oftmals keine
erkennbare Ursache. Zu diesen Herzgeräuschen zählen unter anderem die
akzidentellen Herzgeräusche. Sie entstehen außerhalb des Herzens,
werden aber durch die Herztätigkeit verursacht. Eine Beurteilung vorhandener
Herzgeräusche wird bei der Kinderkardiologischen untersuchung erfolgen.
Blutdruckmessung
Das Blutdruckmessen erfolgt mit Hilfe einer passenden aufblasbaren Manschette,
die den Oberarm beziehungsweise den Unterschenkel mindestens zu zwei Dritteln
bedeckt (Faustregel: Manschettenbreite = Oberarmdurchmesser + 20%).
Seit der Entwicklung dieser unblutigen Meßmethode nach Riva-Rocci/Korotkov
von über 100 Jahren wird sie bis heute unverändert angewendet.
Die Manschette wird soweit aufgepumpt, bis der Druck die Oberarmarterie verschließt
und der Puls am Handgelenk verschwindet. Dieser Druckwert entspricht dem
systolischen Blutdruck, also dem Druck, der während der Systole (im Moment der
Herzmuskelkontraktion) entsteht.
Um den Blutdruck exakt bestimmen zu können, wird der Druck in der Manschette
langsam verringert. Es entstehen Turbulenzgeräusche innerhalb der Arterie
(die »Korotkov-Töne«), die mit dem Stethoskop oder über andere Registrierungsmethoden
wahrnehmbar sind. Der Manschettendruck beim erstes Einsetzen dieser Töne
entspricht dem systolischen Blutdruck. Werden diese Töne bei weiterer
Druckverringerung in der Manschette deutlich leiser, entspricht der dann gemessene
Druck dem diastolischen Blutdruck, also dem Druck, den das Blut bei der
Erschlaffung des Herzens (der Diastole) besitzt.
[Eine kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks in der Intensivmedizin
erfolgt über eine in die Arterie eingebrachte Meßkanüle. Die registrierten Druckimpulse
können auf einem Monitor dargestellt werden. Ablesbar sind der systolische und
der diastolische Blutdruck, der arterielle Mitteldruck und die Pulsfrequenz.
Nach diesem Prinzip lassen sich auch der zentrale Venendruck, der pulmonalarterielle
Druck und der Linksvorofdruck bestimmen.]
Die Höhe des Blutdrucks nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich zu.
Elektrokardiographie (EKG)
Das Elektrokardiogramm ist die Aufzeichnung der elektrischen Herzaktionen.
Weitere Informationen zum EKG folgen in Kürze.

Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung)
Informationen zur Echokardiographie folgen in Kürze.
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